Himmel

Was macht es für einen Unterschied, wo ich bin?
Dort
traf Hitze, Staub meine Lungen
Jedes Luftholen
ein Krieg
zwischen Asche und Atmungsapparat
Die Sonne
bescherte uns braungebrannte Kinder
Und einzig die Sehnsucht nach Wärme
konnte man teilen
Hier dagegen
führt allmorgendlich die Kälte Krieg mit dem Körper
So kalt sind die Körper
dass sie mit keiner Umarmung
warm werden
Die Nacht dauert an bis zum Mittag
Die Kinder sind nicht braungebrannt
So tief hat sich Kälte
in ihren Zellen eingenistet
dass sie von keinem Gruß warm werden
Ein Dichter sagte:
„Wohin du auch gehst, überall hat der Himmel die gleiche Farbe.“
Ich komme aus der verschmutztesten Stadt der Welt
Dort sah ich keinen Himmel
Sichtbar war nur
Dunst
Und die Asche des Leichnams meiner Mutter
ihrer Mutter
und deren Großmutter
Auch hier sieht man den Himmel nicht
Sichtbar ist nur
der Grimm des Himmels
gegen diesen Landstrich
So oft sie auch die Uhr zurückstellen
sie werden nicht erleben
dass es um acht Uhr morgens hell ist

