Alles begann damit, dass ich die Augen nicht von ihr abwenden konnte

Bis zur Abfahrt hatte ich noch ein paar Stunden Zeit und die waren für Vira eingeplant. Mit ihr fühlte ich mich leicht, ich musste einen Satz nicht zu Ende sprechen, konnte in der Mitte eines Wortes abbrechen, sie verstand mich trotzdem. Dieses Gefühl der Nähe ist in der Emigration wichtiger denn je. Außerdem schlug Vira immer spannende Orte für unsere Treffen vor, die zu finden in Berlin schon ein Erlebnis für sich war.
Mein erster Berlin-Aufenthalt liegt mehr als zehn Jahre zurück, damals verbrachte ich einen Monat hier und verliebte mich in die Stadt. Ich weiß nicht, ob sie mich akzeptierte, aber lange Zeit führte Berlin die Liste meiner Lieblingsstädte an. Dann trat Vilnius in mein Leben, ein langer und komplexer Beziehungsaufbau, aber irgendwann fand ich inmitten dieser leeren Gassen plötzlich mich selbst. Berlin trat in die zweite Reihe, auch, weil es sich immer schneller veränderte. Ganze Viertel wurden umgebaut, meine Lieblingsstraßen gentrifiziert, das ärgerte mich. Später begriff ich, dass es nicht an der Stadt lag, ich hätte nur den Ort wechseln müssen, so wie die Stadt in Bewegung war, weiterzog und ihre Orientierungspunkte veränderte. Durch Vira entdeckte ich die Stadt von Neuem und entledigte mich der Nostalgie.
Beim letzten Mal hatten wir uns zum Mittagessen im Café Sag mir wo die Blumen sind auf der Friedrichstraße getroffen. Der Name des Cafés verweist auf das bekannte Antikriegslied, geschrieben 1955 vom US-amerikanischen Folksänger Pete Seeger. Später erlangte es internationale Bekanntheit in der Interpretation von Marlene Dietrich, die es auf Englisch, Deutsch und Französisch sang. Ähnlich der Struktur eines Volksliedes verläuft der Liedtext in Zyklen, jede Strophe greift den Text der vorangegangenen auf und entwickelt ihn inhaltlich weiter: Die Blumen verschwinden, weil Mädchen sie pflückten, nachdem sie Männer geheiratet hatten, die im Krieg fielen und von deren Gräbern schließlich wieder Mädchen Blumen pflücken. Auch wenn das Café in der Friedrichstraße lag, herrschte dort – wie erwartet – eine völlig andere Atmosphäre.
Diesmal hatte Vira vorgeschlagen, ein lesbisch-queeres Archiv zu besuchen, weil dort ein Bücherausverkauf stattfinden sollte. Als ich meine Angelegenheiten erledigt hatte, setzte ich mich in die Tram Richtung Marienstraße, wo Vira schon an der Haltestelle wartete. Wir begrüßten uns, ich machte ihr wieder ein Kompliment für ihre fantastische, feurig-orange Samtpluderhose, in der Vira schon von Weitem herausstach, was in Berlin ein zusätzliches Kompliment verdient. Wir gingen in den Hof eines mehrstöckigen Mietshauses aus rotem Backstein. „Hier ist das Archiv. Heute werden Bücher verkauft, die bei der Inventur aus der Bibliothek ausgesondert wurden. Man kann jeden Betrag zahlen, gewünscht sind wenigstens zwei Euro pro Buch“, erklärte mir Vira. Im Hof standen zwei Tischreihen mit Kisten, in denen sich Bücher und Zeitschriften türmten. Der Ausverkauf war in vollem Gange, viele junge Leute saßen schon im Gras und blätterten in ihren Neuerwerbungen. Entlang der Tische schob sich eine Menschenschlange, wir stellten uns an und kamen langsam voran.
In den Kisten stapelten sich ganz verschiedene Bücher, die meisten jahrzehntealt, belletristische und wissenschaftliche Literatur über die weibliche heterosexuelle wie homosexuelle Erfahrungswelt. Es gab autobiografische Erzählungen, Ausstellungskataloge, Broschüren und Postkarten. Vira hatte schon mehrere Bücher auf dem Arm. „Zeig, was du gefunden hast“, sagte ich interessiert und blätterte in einem Buch namens Frauen. Ein Weltbericht von 1986. Neben allgemeinen Daten zur Diskriminierung von Frauen in verschiedenen Teilen der Welt berichteten Autorinnen aus westlichen, asiatischen und afrikanischen Ländern über die Lage der Frau in ihrer Heimat in Bezug auf Familie, Arbeit, Zugang zu Bildung, Gesundheit und sexuelle Freiheit. Unter den Autorinnen fand sich Angela Davis, es gab aber auch einen Bericht aus der Sowjetunion, und zwar interessanterweise nicht aus Moskauer Perspektive oder einer anderen zentralen Stadt, wo alles „progressiver“ aussehen könnte, sondern aus Baku in Aserbaidschan. Neben der Geschlechterungleichheit trat in der Erzählung deshalb auch die imperial-koloniale Dimension hervor. Obwohl das Buch fast vierzig Jahre alt war, klang es aktuell und bot interessante Themen für heutige Diskussionen. Ich bedauerte, es nicht als Erste gefunden zu haben. Da ich hinter Vira lief, durchsuchte ich immer das, was sie schon durchgesehen hatte, und ihr Riecher war wirklich gut.
Dann drehte ich mich um – und sah sie. Am Rand waren an einem Zaun Plakate aufgehängt, hauptsächlich Ausstellungsplakate, aber auch einige Fotoposter mit Frauen, die ich nicht kannte. Mein Blick war am Schwarz-Weiß-Porträt einer Frau hängengeblieben, sie hatte kurzes, lockiges Haar, dunkle Haut und hielt eine Waffe in der Hand. Die Frau lächelte herausfordernd in die Kamera. Etwas Magisches lag in ihrem Gesichtsausdruck, mehrere Sekunden lang schaute ich wie gebannt auf diese Fotografie. Dann wandte ich den Blick ab und ging weiter. Plötzlich sah ich in einer Kiste ein weiteres Exemplar des Buches, das ich wollte, und nahm es, erfreut über den Fund, sofort an mich. Vira und ich witzelten über unseren ähnlichen Geschmack und gingen zum Kassentisch.
Dort saßen zwei junge Frauen. Ich bezahlte das Buch und fragte, ob man auch die Poster kaufen könne. „Ja“, antwortete die eine, „aber sie kosten fix zehn Euro das Stück.“ Ich ging zum Zaun, nahm das Poster ab, kehrte zum Tisch zurück und zückte den Geldschein. Vira schaute mich verwundert an, ich hatte ihr nichts von dem Plakat erzählt. Ohne ihre Nachfrage abzuwarten, erklärte ich ihr kurz, dass ich dieses Porträt über meinen Schreibtisch hängen möchte. „Wisst ihr, wer die Frau ist?“, fragte ich die Frauen an der Kasse. „Ja, es gibt eine Liste, ich kann nachschauen und euch den Namen aufschreiben“, antwortete nun die andere. Schon bald hielt ich das zusammengerollte Poster und einen Zettel in der Hand, auf dem mit Bleistift geschrieben stand: Hamadi Boularer, omanische Freiheitskämpferin.
Vira und ich gingen dann noch spazieren und in ein mexikanisches Restaurant. Sie brachte mich zum Zug und wir verabschiedeten uns. Zu Hause wickelte ich das Poster aus, betrachtete lange das Gesicht der Frau und war unglaublich berührt. Ich überlegte, wo ich es aufhängen sollte. Direkt über dem Tisch ging es nicht, weil er vor dem Fenster stand, damit ich beim Schreiben über den Balkon nach draußen schauen konnte. Ich überlegte, das Poster an die Wand dahinter zu hängen, so dass man die Frau bei Videocalls im Bild sehen würde. „Aber dann sähe ich sie ja nicht“, dachte ich, und beschloss, es an die Wand im Schlafzimmer zu hängen, direkt gegenüber vom Bett. Es erwies sich als idealer Platz.
Die Tage vergingen. Beim Aufwachen versuchte ich, ihren Blick zu erhaschen, und auch beim Einschlafen schaute ich sie an. Manchmal dauerte es minutenlang, ich spürte, dass sie mich irgendwie unterstützte, besonders in Momenten, wenn ich zerstört am Boden zu liegen schien. „Steh auf und geh weiter“, schien ihr Blick mir aufzutragen. Ich gehorchte, sammelte mich und machte weiter. Der Zettel mit ihrem Namen lag lange auf der Fensterbank. Ich recherchierte nicht, schaute nur das Foto an und versuchte manchmal zu raten – wer ist sie? Gegen wen und wofür hat sie gekämpft? Warum lächelt sie so frech? Vielleicht, weil sie gesiegt hat?
Irgendwann googelte ich dann doch. Ich schrieb die Anfrage auf Deutsch, genau, wie es auf dem Zettel stand, und erhielt vom „KI-Modus“ der Suchmaschine die Antwort: „Es gibt keine historischen oder öffentlich bekannten Belege für eine omanische Freiheitskämpferin namens ‚Hamadi Boularer‘.“ Für einen Moment erstarrte ich – wie konnte es keine Antwort geben? Das war unmöglich! Wenigstens irgendeinen Vorschlag? Das Foto war schwarz-weiß, Kleidung und Kurzhaarfrisur der Frau ließen mich auf die 1970er Jahre tippen. Aber warum gab die Suchmaschine überhaupt nichts aus? Wenn diese Frau es auf ein Poster im Lesbischen Archiv Berlin geschafft hatte, musste sie eine bedeutende Person sein. Vielleicht hatte ich doch den Namen falsch eingegeben, weil die Bleistiftschrift ein wenig verwischt war? Vom belarusischen Beispiel weiß ich, dass die Suchmaschine kapituliert, wenn man etwas mit Bezug zu Belarus eingibt, einem marginalisierten Randthema für das anglo-orientierte Internet, und auch nur den kleinsten Tippfehler macht. Vielleicht ist es mit dem Oman ähnlich? Ich schaute mir den Namen noch einmal genau an und probierte verschiedene Varianten – vielleicht „en“ am Ende? Oder „mi“? Aber jedes Mal kam wieder die Fehlermeldung. Ich war schon ganz verzweifelt, als mir die Idee kam, die Suchanfrage auf Englisch zu formulieren. Und: Erfolg! Obwohl der Name wirklich falsch geschrieben war, erhielt ich eine Liste von Links, die zum Frauenflügel der Omanischen Revolution Mitte der 1960er bis Mitte der 1970er führten. Ich klickte auf einen der Links, gelangte auf eine Seite mit Videos – und gleich auf dem ersten Still erkannte ich sie.
Unter dem Video stand, dies sei eine omanische Frau, Kämpferin im Dhofar-Aufstand. Weiter wurde erklärt, dass der Dhofar-Aufstand, auch Omanischer Bürgerkrieg genannt, von 1963 bis 1976 in der Provinz Dhofar gegen das Sultanat Maskat und Oman geführt wurde. Der Krieg begann mit der Gründung der Befreiungsfront von Dhofar, einer Gruppierung, die einen unabhängigen Staat forderte, frei von der Herrschaft des omanischen Sultans und vom britischen Einfluss, unter dem das Land seit Ende des 19. Jahrhunderts stand. In seiner Geschichte hatte der Oman ständig um seine Unabhängigkeit kämpfen müssen – gegen Portugiesen, Perser und dann die Briten. Später wurde die Befreiungsfront zur Volksfront für die Befreiung Omans und gewann, dank Unterstützung der Volksrepublik China, der Sowjetunion, des marxistischen Südjemen (der 1967 von Großbritannien unabhängig wurde) und des Irak, die Oberhand im wachsenden Aufstand. „Und wieder einmal ging nichts ohne die sowjetischen Marxisten-Imperialisten“, dachte ich zynisch und klickte auf Play.
Im Zentrum der Einstellung das Gesicht einer Frau, auch die Waffe, die sie in der rechten Hand hält, ist zu sehen. Die ersten Untertitel in englischer Sprache erklären, das sei Mona, eine fünfzehnjährige Hirtin. Das Mädchen sagt auf Arabisch – die Untertitel zeigen die Übersetzung –, die Front gebe den Frauen Freiheit, hier gebe es eine Schule, in der sie Bildung erhalte und zu kämpfen lerne, dass sie verheiratet sei und ihr Mann sie hergebracht habe, damit sie ihre Rechte kenne. Wenn sie fertig sei, würde sie sich den Aufständischen anschließen. Dann endet das vierzigsekündige Video.
Ich war wie erstarrt. Nicht aus Enttäuschung, sondern eher aus Verwirrung, denn das war nicht die Frau, die ich mir vorgestellt hatte. Mit ihren fünfzehn Jahren war diese junge Frau, ein Kind noch, bereits völlig ins Erwachsenenleben übergetreten. Aber warum denke ich sofort an eine Zwangsehe? Mona sah nicht unterdrückt aus, im Gegenteil. Zudem nahm der Kampf um die Rechte der Frau in diesem Aufstand eine zentrale Rolle ein. Ein Text, veröffentlicht 1975 vom britischen Gulf Committee und der Oman Solidarity Campaign, beginnt mit den Worten: „Wir litten unter vier Herrschern. Wir hatten den politischen Herrscher – den Sultan von Maskat, den Stammesherrscher – den Scheich, den religiösen Herrscher – den Imam – und den Familienherrscher – Vater, Bruder und Ehemann.“ Im Sommer 1975 fand die erste Konferenz omanischer Frauen statt, bei der dem Analphabetismus der Kampf angesagt und die Verbesserung der sozialen Situation der Frau diskutiert wurde. So war dieser Aufstand nicht nur gegen die politische, sondern auch gegen religiöse und geschlechtliche Unterdrückung gerichtet, was in Manifesten und Solidaritätsschreiben aus aller Welt hervorgehoben wurde.
Ich schaute mir den Filmausschnitt mehrere Male an. Die Worte „Freiheit“ und „Kampf“ klangen aus Monas Mund besonders begeistert, gleichzeitig aber auch fatal. Ihre Augen funkelten nicht nur angesichts der Chance auf Gerechtigkeit, die es zu erkämpfen galt, sondern auch wegen der Freiheit zu entscheiden – als habe sie sich ihre Entscheidung vergegenwärtigt und akzeptiert, dass es sie das Leben kosten kann. Dieses Gefühl kann sicher nur völlig nachvollziehen, wer Unterdrückung kennt und sich deshalb nicht fürchtet, auf dem Weg zur radikalen Befreiung zu sterben. Neben Adrenalin spielt hier auch Neugier eine Rolle – wie schmeckt diese Freiheit? Welche Farbe hat sie? Welchen Duft? Wie viel bin ich bereit für sie zu geben?
Monas Augenfunkeln und ihr Lächeln erinnern mich an die Belarusin Maryja Zajcava, die auf einem ihrer letzten Fotos, entstanden vor zwei Jahren an der ukrainischen Frontlinie, ähnlich überzeugt und strahlend lächelte. Maryja war während der Minsker Proteste 2020 verletzt worden, ein Foto ihres blutüberströmten Gesichts – eine Blendgranate hatte sie getroffen – wurde zu einem der Symbolbilder in der medialen Repräsentation der Belarusischen Revolution. Sie kam zunächst zur medizinischen Behandlung nach Prag, dann schloss sie sich als Freiwillige der ukrainischen Armee an und wurde Scharfschützin. In ihrem letzten Interview begründete sie diese Entscheidung damit, dass sie nicht einfach nur auf Gerechtigkeit in Belarus warten könne, sie wolle dafür kämpfen. Maryja starb im Alter von 24 Jahren und wurde in Kyjiw beigesetzt. „Das kann keine freie Entscheidung sein“, diskutiert ein Bekannter mit mir, als ich ihm von Maryja erzähle, „man kann sich nicht freiwillig für den Tod entscheiden.“ „Zunächst einmal besteht ja die Möglichkeit, dass man überlebt und siegt“, widerspreche ich, „und zweitens muss man davon ausgehen, dass jede Person andere Prioritäten setzt und nicht bei allen das nackte Leben um jeden Preis an oberster Stelle steht. Schließlich hat jede Person die Wahl, auch wenn sie nicht immer rational erklärbar ist.“ Und außerdem glaube ich, dass nichts vergebens ist.
Als 1970 der Aufstand in Dhofar stattfand, gab es gleichzeitig eine Palastrevolution, der Sohn des Sultans, der in Großbritannien studiert hatte, kam an die Macht. Er beendete die Politik der Isolation, die sein Vater verfolgt hatte, und begann, den Oman zu modernisieren. Zum ersten Mal wurde ein Ministerrat berufen, die Machtstruktur langsam dezentralisiert. Gleichwohl wurde der Volksaufstand mit Unterstützung aus dem Ausland, vor allem aus Großbritannien, im Dezember 1975 niedergeschlagen.
Hat Mona überlebt? Hat sie Kinder? Falls ja, was erzählt sie ihnen über diesen Krieg? Welche Familienlegenden ranken sich um diese Geschichte? Der Aufstand wurde niedergeschlagen, aber auch die Macht musste Kompromisse eingehen, die es ohne den Widerstand nicht gegeben hätte. Veränderungen geschehen nicht so schnell, wir wollen sie immer mit eigenen Augen sehen, den Sieg miterleben, den Geschmack der wundervollen neuen Welt probieren. Aber so ist das Leben wohl nicht, eher kommt erst einmal die Enttäuschung, weil das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht, keine radikale Befreiung geschehen ist. Obwohl die omanische Gesellschaft gemessen an westlichen Standards auch heute noch konservativ ist, so ist doch die Situation der Frauen im Oman eine der liberalsten auf der Arabischen Halbinsel. Während des Arabischen Frühlings 2011 konnten die Menschen im Oman die meisten ihrer Forderungen erreichen, unter anderem wirtschaftliche Verbesserungen und politische Freiheiten. Wäre das ohne dich auch geschehen, Mona? Die Geschichte ist doch eine eigenartige Temporalität, in der persönliche Entscheidungen und Schicksal sich aufeinanderschichten und die rhizomatische Bewegung niemals abbricht.
Vielleicht war es gerade das – die Lossagung vom nackten Leben –, was mich anzog, meinen Blick fesselte. Sie scheint notwendig, um nicht zu vergessen, dass es unser Recht und unser hohes Gut ist, frei entscheiden zu können. Und genauso, um Entscheidungen zu verstehen, die einer rationalen Grundlage zu entbehren scheinen, aber gerade Kraft geben, weiter leben und glauben zu wollen – selbst wenn die Realität uns zu überzeugen sucht, dass alles vergebens ist und der Zynismus siegen wird.
Ohne solche Geschichten gäbe es mich wohl nicht mehr, ich hätte mich in ein Gespenst meiner selbst verwandelt und wäre nie wieder aus dem Boden gesprossen. Aber so weiß ich, dass ich irgendwann in deinem Kampf sterben werde, vielleicht ohne je diese neue, wundersame Welt erblickt zu haben. Und ich weiß auch: Wenn ich durchhalte und mich nicht verweigere, werde ich später wieder aufkeimen und als Blume erblühen, die dereinst meine fünfzehnjährige Tochter Mona pflücken wird.
Und so schließt sich der Kreis der Geschichte.

