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Veranstaltungen > 14. Oktober 2026
14. Oktober 2026, 19:00 Uhr

Meral Şimşek und Sandra Gugić lesen in Leipzig

Welcher Verlust verbrennt uns am tiefsten?

Meral Şimşek und Sandra Gugić lesen und sprechen über politisches Schweigen, Vergangenheitsbewältigung und ihre Zusammenarbeit im Rahmen des Programms Weiter Schreiben. Es moderiert Dilek Güngör.

Es gibt Sätze, die in Familien über Jahrzehnte nicht ausgesprochen werden, und es gibt solche, die ein ganzes Land zu vermeiden versucht. Meral Şimşek und Sandra Gugić schreiben gegen dieses Schweigen an – aus sehr unterschiedlichen Positionen. Şimşek, kurdische Lyrikerin und Erzählerin, wurde in der Türkei für ihre Literatur verfolgt, ihre Bücher galten den Behörden als gefährlich; seit 2022 lebt sie im Exil in Berlin. Gugić umkreist in Romanen, Gedichten und Essays die Leerstellen zwischen den Generationen und sondiert politische Ist- und Soll-Zustände, zuletzt in dem vielstimmigen Dialogprojekt „DAS DAZWISCHEN“ über die Situation in Israel/Palästina unmittelbar vor dem 7. Oktober. Zusammengefunden haben die beiden über Weiter Schreiben, das Programm für Autor:innen im Exil aus Kriegs- und Krisengebieten, das exilierte und deutschsprachige Schriftsteller:innen in Tandems zusammenbringt. Durch den Abend führt Dilek Güngör, die in ihren eigenen Romanen dem Ungesagten zwischen Eltern und Kindern nachgeht.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt und ist eine Kooperation mit Weiter Schreiben, dem Programm für Autor:innen im Exil aus Kriegs- und Krisengebieten, und der Institutsgesellschaft, dem Förderverein des Deutschen Literaturinstituts.

Meral Şimşek ist kurdische Schriftstellerin und Dichterin und schreibt Lyrik, Romane und Erzählungen. Ihre Texte wurden in mehrere Sprachen übersetzt, 2023 erschien ihr deutschsprachiger Band „Feigenflecken“ (Parasitenpresse). Weil sie für ihr literarisches Schaffen verfolgt und ihre Werke als gefährlich eingestuft wurden, musste sie die Türkei verlassen; seit 2022 lebt sie im Exil in Berlin. Sie leitet Schreibwerkstätten, ist Co-Sprecherin des Kurdischen Instituts Deutschland und Mitglied von PEN Berlin sowie Kurd PEN.

Sandra Gugić ist Dichterin, Essayistin und Romanautorin und hat in Wien, Berlin und Tel Aviv-Jaffa gelebt. Ihr Debütroman „Astronauten“ erschien 2015 bei C. H. Beck, 2019 folgte das Lyrikdebüt „Protokolle der Gegenwart“ (Verlagshaus Berlin), 2020 der zweite Roman „Zorn und Stille“ (Hoffmann und Campe). Zuletzt erschienen der Essay „FLÜSTERN“ (2022) und das lyrische Dialogprojekt „DAS DAZWISCHEN / The In-between“ (2024). Sie wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik. Im Frühjahr 2027 erscheint ihr neuer Roman „Niemand weiß, dass wir hier sind“ bei JUNG UND JUNG.

Dilek Güngör, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, ist Autorin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter“, es folgten „Ich bin Özlem“ und „Vater und ich“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Zuletzt erschien „A wie Ada“. Außerdem leitet sie Schreibwerkstätten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Festival Literarischer Herbst

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