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Erdenstern

Mubeen Khishany
© Serdar Mutlu, „Stars walking with us“, Acryl auf Leinwand (2017)

Wer bin ich dir, so aus der Ferne?

Deine Hände sind die Ewigkeit

Ihre Berührung hinterlässt ein Feuermal

Ich streich den Engelsstaub von dir

eine Perle, die mich blendet

Da du aufgehst, wanke ich. Ein Stern der Erde.

 

Greif ich nach deinem Licht

Lös ich mich auf

selbst Licht, als gäbe es mich nicht?

Wir sind wie Tag und Nacht

die Erdumdrehung zwischen uns

Ich nehm das hin

könnt sich die Dämmerung doch bloß

für Augenblicke in sich selbst verweben.

 

Das Leben aber komplottiert

nirgends Türen, nur Abzweigungen

Ohne Ankunft irr ich dahin.

 

Deinem Haus gilt das Wachen der Wölfe

Ich seh es in einer Straße stehen

die erzählt von deiner Gefangenschaft

Über dir das väterliche Auge

das nimmermüde

Es achtet darauf, dass du nicht fehlgehst

dich fernhaltend

von der Regung meiner Hand.

 

Plump greift meine Hand ins Weite:

Bist du nicht hier?

Fern bist du

und die Ferne quält

Eine Träne lang sind wir gedanklich verbunden.

 

Jeden Morgen geh ich raus in eine einsame Welt

verlasse mein Zimmer

wie jemand

der zweimal in die Falle tappt

Du aber bist der Zufluchtsort

streckst deine Finger

gleich einer geschlachteten Dattelpalme

und schließt das Fenster.

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