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Schwedische Kleinstädte

Antje Rávic Strubel über Souad Alkhateeb

Antje Rávic Strubel hat für die Auftaktveranstaltung am 18. Mai in der neuen arabischen Bibliothek - Baynetna eine sehr schöne Videobotschaft vor ihrem Bücherregal aufgezeichnet. Das Video können wir leider aus technischen Gründen nicht zeigen, aber hier können Sie lesen, was Antje über ihren Dialog mit Souad erzählt hat:

Souad lebt seit einem Jahr und sieben Monaten in Strömsund. Das ist eine Kleinstadt so weit im Norden von Schweden, dass selbst die meisten Schweden noch nie dort waren. Vor zwei Wochen hat es noch geschneit. Sie wohnt in einem Flüchtlingsheim mit ihrem Mann und zwei Kindern, und wer schwedische Kleinstädte kennt, kann sich vielleicht vorstellen, wie wenig da los ist. Also, es unterscheidet sich nicht so sehr von deutschen Kleinstädten, nur dass noch weniger Menschen dort leben. Was Souad im Moment am dringendsten braucht, ist Anschluss: Anschluss an die Künstlerszene, Anschluss ans Kulturleben. Sie fühlt sich isoliert. Und natürlich braucht sie zuerst mal Anschluss auch ans schwedische Kulturleben, wobei ich versuchen werde, ihr zu helfen.
Souads erster Text, der auf Deutsch erschienen ist, heißt „Schreiben im Krieg“. Er ist ja jetzt bei „Weiter Schreiben“ zu lesen. Das ist ein Text der Wut, die Wut strömt aus den Zeilen. Das ist ein Text, der davon erzählt, wie Krieg und dieses endlose Töten die menschliche Vorstellungskraft übersteigt, und wie auch die Sprache zunächst daran scheitert.
Souad schreibt in diesem Text, dass sie keine emotionale Rhetorik benutzen möchte, und ich habe sie gefragt, was genau sie damit meint. Sie hat mir zurückgeschrieben, dass sie die Wahrnehmung und das Denken der Leser*innen nicht manipulieren will, weil es eben offensichtlich das ist, was die Politik und was auch die Medien tun, wenn es um diesen Krieg in Syrien geht. Es wird also ein intensives Gespräch. Ich bin sicher. Und wenn wir erst einmal verstanden haben, wie wir die englische Sprache gebrauchen – wir kommunizieren beide auf Englisch, beide benutzen wir dieses Englisch aber sehr verschieden – wenn wir also verstanden haben, wie wir dieses Englisch gebrauchen, dann bin ich sicher, werden wir auch bald über Texte reden.

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