Erdenstern

Wer bin ich dir, so aus der Ferne?
Deine Hände sind die Ewigkeit
Ihre Berührung hinterlässt ein Feuermal
Ich streich den Engelsstaub von dir
eine Perle, die mich blendet
Da du aufgehst, wanke ich. Ein Stern der Erde.
Greif ich nach deinem Licht
Lös ich mich auf
selbst Licht, als gäbe es mich nicht?
Wir sind wie Tag und Nacht
die Erdumdrehung zwischen uns
Ich nehm das hin
könnt sich die Dämmerung doch bloß
für Augenblicke in sich selbst verweben.
Das Leben aber komplottiert
nirgends Türen, nur Abzweigungen
Ohne Ankunft irr ich dahin.
Deinem Haus gilt das Wachen der Wölfe
Ich seh es in einer Straße stehen
die erzählt von deiner Gefangenschaft
Über dir das väterliche Auge
das nimmermüde
Es achtet darauf, dass du nicht fehlgehst
dich fernhaltend
von der Regung meiner Hand.
Plump greift meine Hand ins Weite:
Bist du nicht hier?
Fern bist du
und die Ferne quält
Eine Träne lang sind wir gedanklich verbunden.
Jeden Morgen geh ich raus in eine einsame Welt
verlasse mein Zimmer
wie jemand
der zweimal in die Falle tappt
Du aber bist der Zufluchtsort
streckst deine Finger
gleich einer geschlachteten Dattelpalme
und schließt das Fenster.

