Als ganzer Mensch gesehen zu werden
„Als ich dieses Foto sah, wurden all die Kinder wieder lebendig, die gestorben waren, obwohl sie noch so jung waren wie ich damals“, schreibt Abdul Wahid Rafee. Es ist ein Foto von Diane Arbus, das ihn an die Zeit erinnert, als die Masern in sein afghanisches Dorf kamen. So wie er ließen sich auch die Autorinnen Julia Cimafiejeva und Sam Zamrik von Fotos aus der Ausstellung „Konstellationen“ im Gropius Bau inspirieren. Am 6. November 2025 haben sie dann im Rahmen der Intervention „Als ganzer Mensch gesehen zu werden“ ihre Texte gelesen. Das Publikum bewegte sich gemeinsam mit den Autor*innen durch die Räume der Ausstellung. Die Schauspielerin Melika Foroutan las die deutschen Übersetzungen, der Musiker Nabil Arbaain begleitete den Abend auf seiner Oud.Alle drei Autor*innen wissen, wie das Leben im Exil den Blick verändert – und ermöglichten es auch den Gästen, die Fotos aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Oder wie Julia Cimafiejeva dichtet: „du fokussierst dich darauf/ wer sie ist/ und wer sie glaubt zu sein/ du fängst den unterschied im objektiv.“Aufgrund des großen Interesses im Vorfeld fand die Intervention dieses Mal in zwei Durchgängen statt: um 19 Uhr und um 20:15.Es handelte sich um eine gemeinsame Veranstaltung des Projekts Weiter Schreiben – Interventionen und dem Gropius Bau im Rahmen von „Spätschicht x Ligia Lewis“. Gefördert wurde sie von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Veranstaltungsbilder machte: © Dorothea Tuch











