Nach den Schuhen fragt niemand – Werkbundarchiv – Museum der Dinge
„Pferde haben eine fantastische Fähigkeit“, schreibt Zmicier Vishniou, „sie können sich in Gegenstände verwandeln.“ Und um Gegenstände geht es im „Werkbundarchiv – Museum der Dinge“, besser gesagt: um 15 000 Objekte, die im 20. Jahrhundert und bis heute erfunden, produziert und genutzt wurden. Inmitten all dieser Dinge fand am Abend des 9.10.2025 die literarische Intervention statt. Die Autor*innen Awadalla (Ägypten), Zmicier Vishniou (Belarus) und Mahtab Yaghma (Iran) haben ihre persönlichen und sehr poetischen Texte gelesen, die auch davon handeln wie die Erfahrung von Flucht, Exil und Migration den Blick auf Alltagsgegenstände verändert. „Wenn du strahlst, glaube ich, nicht allein zu sein. Wenn ich dich am Körper spüre, fühle ich mich auserwählt“, schreibt Awadalla über das Smartphone. Mahtab Yaghma hat sich die moderne Frankfurter Küche ausgesucht: „Ich betrete den Raum, als sei er ein Eisenwaggon auf endloser Reise aus dem Herzen der Zeit.“ Und der Gegenstand, der Zmicier Vishniou zur Geschichte über das Pferd mit der fantastischen Fähigkeit inspirierte: ein Aschenbecher aus einem Pferdehuf.
Die deutschen Übersetzungen trug die Schauspielerin Melika Foroutan vor. Ali Hasan hat mit seinem Handpan für die richtige Stimmung gesorgt und die Intervention musikalisch begleitet. Am Ende wurde war es ein vielschichtiges Zusammenspiel von Text, Objekt und Klang, das neue Perspektiven auf Erinnerung und Identität eröffnete.
Eine Kooperation von Weiter Schreiben – Interventionen und dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge, gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Veranstaltung fotografierte: © Juliette Moarbes























