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Ramy und Monika – überschießend, experimentell und nicht zu fassen.

Ein besprechbarer Verlust an Bedeutungsnuancen

Monika Rinck über die Zusammenarbeit mit Ramy Al-Asheq

In englischer und in deutscher Übersetzung habe ich bislang einige Gedichte von Ramy gelesen und sie beeindrucken mich sehr. Bei unserem zweiten Treffen haben wir uns daran gemacht, ein langes Gedicht, das bislang in englischer Übersetzung vorlag - über diese englische Brücke hinweg - ins Deutsche zu übersetzen.

Beim gemeinsamen Übertragen von Gedichten zeigt sich vor allem das, was man in der Übersetzung findet und nicht das, was man darin verliert. Denn man wird genauso wie man über die Verluste spricht, auch über die Funde sprechen.

Es ist so: Ein besprechbarer Verlust an Bedeutungsnuancen bei der Übertragung von einer in die andere Sprache, bedeutet gleichzeitig einen Zuwachs an Verständnis - über die Erfahrungen, die in der Sprache sedimentiert sind und die Grammatik des Denkens, in der sie sich mitteilen. Dazu braucht es das Gespräch, das genaue Zuhören, das Lauschen auf die semantischen Entscheidungen, die nicht vom Inhalt, sondern vielmehr vom Klang getragen werden.

Weltliteratur, sagte Goethe im Jahr 1814, sei ein Gespräch, das man über weite Entfernungen hin führe, und das dazu diene, sich selbst und den anderen besser zu verstehen. Dazu braucht es Übersetzung, und wenn diese Übersetzung im Gespräch entstehen kann, ist vieles gewonnen.
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Was Wikipedia nicht über Monika Rinck weiß


von Ramy Al-Asheq

Seit ich in Köln lebe und Abwab herausgebe, habe ich den Dichter in mir ein bisschen aufgegeben. Wenn man als Journalist arbeitet, klaut einem das nicht nur die Zeit, sondern auch die Energie, den Kopf und die Zeit.

Einiger meiner Prosatexte sind ins Deutsche übersetzt, aber nur zwei meiner Gedichte. Meine deutschen und schweizerischen Übersetzer erklären mir das so: „Lyrik ist so schwierig zu übersetzen“, „Niemand liest überhaupt Lyrik“, „Vielleicht solltest du lieber einen Roman oder ein Theaterstück schreiben“, „Deutsche Verlage und Leser interessieren sich nicht für arabische Gedichte“.
Ich war kurz davor, mich damit abzufinden, dass nur meine Prosa übersetzt werden und meine Gedichte nur in meiner Muttersprache erscheinen würden. Doch dann, letzten Monat, schrieb mir Annika Reich eine Mail, in der sie mich fragte, ob ich Monika treffen wollte, um mit ihr über meine Texte zu diskutieren. Sie würde meine Partnerin für Weiter Schreiben werden. Annikas Nachricht war ein bisschen seltsam. Wer war Monika? Mehr stand da nicht. Ist sie Übersetzerin? Lyrikerin? Kritikerin?

Ich entdeckte dann doch noch den Nachnamen in der Mail. Rinck … Monika Rinck … Ich bin sofort auf Wikipedia gegangen. Auf Wikipedia stand, dass Monika Rinck eine deutsche Dichterin ist. Ich las von ihren Publikationen, Übersetzungen und Preisen und dass sie einen Tag nach mir Geburstag hat. Aber sehr viel stand eben auch nicht auf Wikipedia über Monika Rinck. So wusste Wikipedia zum Beispiel nicht, dass Monika Kaffee mit Milch trinkt und nicht schwarz wie ich. Es wusste nicht, dass wir den gleichen Kalender benutzen und Monika sich mit arabischer Lyrik auskennt. Woher sollte Wikipedia auch wissen, dass Monika Ibn Arabi liest?

Bevor wir uns trafen, hatte ich ihr ein paar meiner Texte geschickt. Monika kam auf dem Fahrrad zu unserem Treffen. Sie hatte zwei literarische Wörterbücher dabei. Kaum hatten wir uns hingesetzt, holte sie zwei meiner ausgedruckten Gedichte heraus, legte sie vor mich auf den Tisch und fragte mich, welches ich denn lieber möge. Ich sagte: „Dieses!“ Wir waren uns einig.

Sie öffnete ihr Laptop und begann sofort mit dem Übersetzen. Wir saßen von zehn Uhr morgens bis zwei Uhr mittags zusammen. Unser Treffen war zu einem Workshop geworden. Vier anstrengende Stunden Arbeit für Monika. Ich saß nur da und schaute zu. Ich war so überrascht. Erwartet hatte ich eine Diskussion über Poesie und Übersetzung, die Schwierigkeit, einen Verlag zu finden, oder die Möglichkeiten, in Literaturzeitschriften zu veröffentlichen. Aber Monika füllte diese vier Stunden mit so viel Energie, dass ich sogar vergaß zu rauchen.

Als wir uns trennten, war Monika müde. Sie musste noch für eine Reise packen, die sie am nächsten Tag antreten wollte. Und ich trug das Langgedicht, das Monika mir in ihrer Sprache geschenkt hatte, auf dem Rücken nach Hause.
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ما لم يكتب عن مونيكا رينك في ويكيبيديا

طوال عامين في مدينة كولونيا، التي كانت مدينتي المفضّلة، المدينة الوحيدة –منذ غادرت دمشق- التي كنت أقول: "إنني عائد إليها" ولست "ذاهبًا إليها"، لم أقرأ قصائدي سوى مرّتين، رغم أن عدد الشعراء السوريين في مدينة كولونيا لا يتجاوز الاثنين.. محمد المطرود وأنا. إلّا أنني في الوقت ذاته، قمت بقراءات أدبيّة في مدن مختلفة، أوروبيّة وألمانية، وفي مراكز ثقافية ومهرجانات مهمّة، حتّى برلين، المدينة التي لم تكن يومًا من المدن المفضّلة لدي، كانت أوّل وأكثر مدينة قرأت فيها نصوصي.

في كلّ يومٍ كان يتمّ التقديم عني مقترنًا باسم صحيفة أبواب التي أسستها وأترأس تحريرها، كنت أشعر أنني أتنازل عن الشاعر داخلي شيئًا فشيئًا، العمل في الصحافة لا يسرق وقت المبدع فقط، بل يستنزف طاقاته وعقله ووقته، وفوق كل هذا، أن تكون مؤسسًا لمشروعٍ ناجح، يعني أنك ستعيش في ظلّه، أنا أعيش في ظلّ الصحيفة منذ أكثر من 17 شهرًا، ولا أفعل شيئًا آخر، نشر لي كتابان باللغة العربيّة، إلا أنهما ليسا بجديدين.


كان رصيدي بالألمانية بضعة نصوص نثرية مترجمة كلّها من كتاب نثري واحد، نشر بالعربيّة بعنوان "مذ لم أمت"، أما في الشعر فكانت لديّ قصيدتان مترجمتان فقط. "الشعر أصعب من أن يترجم"، "أنا لا أقرأ الشعر"، "هل تفكر أن تكتب رواية أو مسرحيّة؟"، "الناشرون والقرّاء الألمان غير مهتمّين بالشعر العربي" هكذا كان يقال لي من قبل مترجمين وناشرين ألمان وسويسريين، فكنت على وشك أن أتوقف عن السعي لترجمة شعري، وأترك النثر الذي أكتبه للترجمة، وأحتفظ بالشعر بلغته الأم.

في الشهر الماضي، أرسلت أنيكا رايخ رسالة تقول فيها إن علي أن ألتقي بمونيكا، وأن علينا أن نناقش نصوصي وأن نتعرف إلى بعضنا لأننا سنصبح شركاء لفترة ليست قصيرة، استغربت الرسالة بداية، من هي مونيكا؟ الاسم الأول لا يقود إلى شيء، لا يوجد اي تعريف، هل هي مترجمة؟ أم شاعرة؟ أم ناقدة؟ بحثت بتفاصيل الرسالة فعرفت اسم العائلة: رينك، مونيكا رينك، لم أنتظر أبدًا، ذهبت إلى ويكيبيديا، وبحثت قليلاً علّني أعرف شيئًا عن شريكتي في مشروع الكتابة، أخبرتني ويكيبيديا أن مونيكا شاعرة ألمانية، قرأتُ بعض المعلومات عن إصداراتها، وما ترجم من أعمالها، والجوائز التي حصلت عليها، وأنها ولدت بعد يوم مولدي بيوم واحد ولكن قبله بعشرين عامًا، إلّا أن معلومات كثيرة عن مونيكا رينك لا تعرفها ويكيبيديا!

لا تعرف ويكيبيديا مثلاً، أن مونيكا تشرب القهوة مع الحليب، ولا تشربها سوداء مثلي، ولا أنّ كلينا يملك المفكّرة ذاتها. لا تعرف أيضًا أن مونيكا مطلعة على جزء كبير من الشعر العربي ومهتمّة به، كيف يمكن لويكيبيديا أن تعرف أن مونيكا تقرأ لابن عربي؟

كنت قد أرسلت لها بعض النصوص المترجمة إلى الألمانية والإنكليزية لتطلع عليها، وحين اجتمعنا، أتت مونيكا على دراجتها، حاملة قاموسين أدبيين، وما إن جلسنا حتى أخرجت قصائدي وقد طبعتْها، ووضعتْها على الطاولة وسألتْني: "أيٌّ منها المفضلة لديك وتريد أن تترجمها؟" قلت: "هذه"، فقالت: "وأنا أيضًا أفضل هذه". فتحت كومبيوترها، وبدأت تترجمها، وتحوّلت جلستنا إلى ورشة عمل لترجمة قصيدة طويلة بعنوان "لم ينتبه أحد لموتك" امتدت من العاشرة صباحًا حتى الثانية بعد الظهر، أربع ساعات من العمل المتواصل والمرهق لمونيكا، وأنا أتابع غير مصدّق ما يجري، لم أكن أتوقع ذلك أبدًا، توقعت نقاشًا عن الشعر والترجمة، عن مشاكل دور النشر، عن فرص النشر في مجلات أدبية، إلّا أن مونيكا جعلت هذه الساعات مليئة بالطاقة حتى أنني نسيت أنني لم أدخّن أبدًا طوال هذه المدة! عندما خرجنا، كلّ ذهب إلى مكانه، مونيكا متعبةً لتحضّر نفسها للسفر في اليوم التالي، وأنا بحمل ثقيل على ظهري، يزن قصيدة طويلة، أهدتني إياها مونيكا مترجمة إلى لغتها.
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