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Weiter Schreiben ist ein Projekt
von WIR MACHEN DAS
und dem Gunda-Werner-Institut
in der Heinrich Böll Stiftung
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Widad und Annett – beiden geht es in ihren Texten immer wieder darum, Spuren nicht zu ver-, sondern zu entdecken. In Archiven, auf der Straße und dem Körper der Frau.

Einblicke in die Zusammenarbeit von Widad & Annett

 Barbara Heine-Schumann, Widad Nabi, Adriana Altaras, Ines Kappert, Wassim Mukdad

Unter Hunderten

von Annett Gröschner

Als ich Der Ort von Erinnerung beleuchtet las, kannte ich Widad Nabi noch nicht. Aber hätte mir jemand einen Packen Gedichte gegeben mit der Bitte, mir eins auszusuchen und Der Ort von Erinnerung beleuchtet wäre dabei gewesen, ich hätte dieses unter Hunderten ausgewählt. Es korrespondiert über Zeit und Geografie hinaus mit einem Gedicht, das ich vor 25 Jahren geschrieben habe:

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Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt

von Widad Nabi

Nicht nur Orte werden durch Erinnerungen erhellt. Auch wir Menschen werden durch längst Verlorenes erhellt, selbst dann noch, wenn wir alt geworden sind und an Alzheimer leiden. Dann führt uns unser Gedächtnis zurück an Orte, die wir aus der Kindheit kennen, obwohl wir viele andere Dinge vergessen.
Vielleicht waren es meine Begegnungen mit der deutschen Schriftstellerin Annett Gröschner, die mich glauben ließen, der Mensch habe das Herz von Lachsfischen. Sie legen Tausende von Kilometern zurück, um dann gemeinsam wieder an ihren Ursprungsort im Fluss zurückzukehren, an dem sie aus Laich entstanden sind.

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